Das Böse (Bruno Frank)
Im Weitergehen kann er jedoch den Gedanken an die gequälte Kreatur nicht mehr loswerden.
Am Ende der Gasse trifft er auf ein Apostelbildnis, das ihn seltsam berührt.
Den Revolver in der Hand, erfüllt ihn ein maßloses Rachegelüst: Alle muß ich rächen denkt er in einer düsteren Anwandlung.
Aber zur Wirkung trägt sie ja bei.
Sie mußte einfach erzählt werden, Frank erzählt sie mit rollenden Augen.
Während sich Herr Antonio selbst richtet, weil er seine Rachlust angesichts der gequälten Kreatur nicht anders zu bändigen vermag, gewinnt der Protagonist dieser Novelle nach dem aufgegebenen Versuch, seinen ehemaligen Peiniger zu ermorden eine Perspektive, die ihn ins Leben zurückkehren läßt.
In der Nähe des elterlichen Wohnhauses in seiner Heimatstadt Stuttgart beobachtete Bruno Frank in seiner Kindheit immer wieder, wie Fuhrknechte ihre Pferde misshandelten, um sie mit ihren schweren Lasten einen Berg hochzutreiben.
Oft ging es trotzdem nicht.
Dann schlugen die Fuhrknechte zu.
Nach der Begegnung mit dem Tierquäler setzt Herr Antonio innerlich beunruhigt seinen Weg fort, bis er in einer dunklen Mauernische das Standbild eines Apostels entdeckt, von dem nur der nackte Hals durch die unten brennende rote Lampe geheimnisvoll und schrecklich beleuchtet war.
Er kann im Weitersgehen allerdings nicht mehr das Denken an das geplagte Geschöpf loskommen.
Er trifft am Schluss des Gässchens auf ein Apostelbildnis. Das Apostelbildnis berührt ihn merkwürdig.
Die Pistole in der Greifhand, erfüllt ihn ein brutales Vergeltungsgelüst : Alle muß ich rachen denkt er in einer finstren Eingebung.
Sie trägt aber zur Effekt jawohl bei.
Schlicht vorgetragen werden mußte sie. Mit rollenden Keimen erzählt Frank sie.
Während sich Gebieter Antonio persönlich richtet, weil er seine Rachwollust angesichts der geplagten Bestie nicht besser zu zügeln vermag, gewinnt die Hauptfigur dieser Erzählung nach dem aufgegebenen Anlauf, seinen einstigen Quäler zu morden eine Sichtweise, die ihn ins Lebensform wiederkommen läßt.
In der Nachbarschaft des elterlichen Wohngebäudes in seinem Wohnort Stuttgart beobachtete Bruno Frank in seiner Jugend stets erneut, wie Fuhrleute ihre Pferdchen misshandelten, um sie mit ihren mühsamen Massen einen Hügel hochzutreiben.
Es ging oftmals trotzdem nicht.
Die Fuhrleute schlugen danach zu.
Nach dem Zusammentreffen mit dem Tierquäler setzt Gentleman Antonio empfindlich beunruhigt seinen Pfad fort, bis er in einer düsteren Mauernische das Festbild eines Verkünders entdeckt, von dem lediglich der nackende Nacken durch die unterhalb helle fahlrote Leuchte mysteriös und grausig erleuchtet war.