Die Lust am Untergang
Der Titel des Werkes entwickelte sich zu einem geflügelten Wort.
Wegen des geistigen Klimas nach der Katastrophe des Nationalsozialismus war es nicht einfach, nach einer neuen nationalen Identität zu suchen.
So sei es für einen humanistisch orientierten Menschen unmöglich, in Deutschland glücklich zu sein.
Weder geistig noch geographisch besitze Deutschland eine Identität.
Das Flüchtlingsdasein der Deutschen könne nur dank der Hoffnung auf eine europäische Gemeinschaft ausgehalten werden, in deren Rahmen Deutschland den Gebietsverlust und die Trennung verwinden könne.
Vier Jahre nach Erscheinen des Werkes publizierte Sieburg in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Artikel, in dem er das Ende des nationalen Gedankens vorhersagte.
Literatur war für ihn ein Medium, das den Deutschen ermöglichen sollte, sich ihrer selbst zu vergewissern. mit ihr als nationaler Sache wollte er die Umrisse des vielschichtigen, schwer zu fassenden Wesens der deutschen Kultur herausarbeiten.
Während viele konservative Intellektuelle an einem Umerziehungsprogramm arbeiteten, das sich an den geistigen Gipfeln der deutschen Kultur orientierte, war man sich trotz des naheliegenden Anknüpfungspunktes im Werk Goethes letztlich uneins, auf wessen Tradition man zurückgreifen sollte, um demokratisches Bewusstsein zu vermitteln.
Die persönlichen Verletzungen des Autors hätten dabei die Gegenstände verdunkelt und Sieburgs untrügliche Auffassungsgabe beeinflusst.
In früheren Jahren hätten sich Stil und objektive Zustandsbeschreibung stets die Waage gehalten, während nun eher die gesteigerte Verletzlichkeit als die vorgefundene Lage beschrieben worden sei.
Zu einem Begriff, der geflügelt ist, entwickelte sich der Werktitel des Werks.
Es nach einem neuartigen nationalistischen Selbstverständnis aufzusuchen war wegen der Atmosphäre, die geistig sind, nach der Katastrophe des Nationalsozialismus nicht leicht.
Es in Deutschland zufrieden zu sein sei so für eine menschlich versierte Person ausgeschlossen.
Deutschland besitze weder mental noch geographisch eine Selbstdefinition.
Dank der Hoffnung auf eine Gesellschaft, die europäisch ist, könne das Flüchtlingsdasein der Deutschen lediglich durchgehalten werden, in deren Zusammenhang Deutschland den Gebietsverlust und die Aufteilung überwinden könne.
Sieburg publizierte vier Jahre nach Erscheinen des Werkes in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung einen Beitrag, in dem er die Beendigung des vaterländischen Gedankeninhalts vorhersagte.
Belletristik war für ihn ein Mittel, das den Deutschen helfen sollte, sich ihrer persönlich zu versichern. mit ihr als staatlicher Angelegenheit wollte er die Umrisslinien des vielschichtigen, schwierig zu fassenden Charakters des deutschen Kulturkreises aufarbeiten.
Während viele konservative Intellektuelle an einem Umerziehungskonzept arbeiteten, das sich an den mentalen Glanzpunkten des teutonischen Kulturkreises orientierte, war man sich trotz des naheliegenden Anknüpfungsplatzes im Gesamtwerk Goethes schließlich zerstritten, auf wessen Überlieferung man ausholen sollte, um republikanische Besinnung zu verbinden.
Dabei die Objekte verdüstert und Sieburgs unleugbare Fassungsgabe bestimmt hätten die subjektiven Wunden des Verfassers.
Während jetzt mehr die Verletzbarkeit, die gesteigert ist, als die Situation, die vorgefunden ist, dargestellt worden sei, hätten sich Sprechstil und sachliche Zustandsumschreibung in zeitligeren Altersjahren ständig die Waage behalten.