Manifest der 93
Besondere Bestürzung bis Empörung erregte auch im neutralen Ausland die Zerstörung der Universitätsstadt Löwen, als unter anderem ein unersetzlicher Bestand an mittelalterlichen Büchern und Handschriften der Universitätsbibliothek Löwen in Flammen aufging.
Die deutschen Armeen wurden daher vor allem im angelsächsischen Raum als kulturzerstörende Barbaren und Hunnen porträtiert.
Als Reaktion auf diese alliierten Vorwürfe beschlossen führende deutsche Publizisten und Intellektuelle ein Manifest abzufassen, in dem die Vorwürfe als ungerechtfertigt und die deutschen Maßnahmen als Selbstverteidigung in Notwehr dargestellt wurden.
Das Spektrum der Unterzeichner war breit gestreut.
Viele der Unterzeichner, vor allem Mitglieder des Goethe-Bundes, unterzeichneten wohl, ohne den Text gekannt zu haben.
Die Veröffentlichung erfolgte in allen großen Zeitungen Deutschlands.
Dem Manifest wurde als Mittel der Propaganda im Ersten Weltkrieg im In- und Ausland eine beachtliche Aufmerksamkeit zuteil.
Die Begründung des Krieges mit dem Begriff der Kultur wurde allgemein als Ausdruck eines nationalen Sonderwegsbewusstseins wahrgenommen.
Demgegenüber fanden deutsche Gegendarstellungen kaum Beachtung.
Der von Georg Friedrich Nicolai um die gleiche Zeit verfasste Aufruf an die Europäer wurde lediglich von Albert Einstein, Otto Buek und Wilhelm Foerster unterzeichnet, während die überwiegende Mehrheit der Angeschriebenen es ablehnte, ihn öffentlich zu unterstützen, so dass Nicolai auf eine umgehende Veröffentlichung in Deutschland verzichtete.
Als unter anderem ein Lagerbestand, der unersetzlich ist, an mittelalterlichen Handschriftensammlungen und Schriften der Universitätsbibliothek Löwen in Flammen aufging, erregte besondere Entrüstung bis Erschütterung selbst im unabhängigem Übersee die Vernichtung der Universitätsstadt Löwen.
Daher vor allem im altenglischem Bereich als kulturzerstörende Hunnen und Rohlinge skizziert wurden die Truppen, die deutsch sind.
Führende deutsche Intellektuelle und Zeitungsmänner beschlossen als Antwort auf diese freundlichen Anwürfe eine Manifestation abzufassen, in dem die Beschuldigungen als unangemessen und die Aktionen, die deutsch sind, als Selbstschutz in Gegenwehr beschrieben wurden.
Weitschweifig delegiert war das Lager der Untergrafiker.
Ohne den Beitrag gewusst zu haben unterzeichneten viele der Untergrafiker, vor allem Teilnehmer des Goethe-Bundes gut.
In allen wichtigen Zeitungswesen Deutschlands erfolgte die Veröffentlichung.
Eine gewaltige Beachtung wurde dem Statement als Instrument der Agitation im Ersten Weltkrieg im Übersee und Binnenland zuteil.
Generell als Ausdrucksweise eines inländischen Sonderwegsvollgefühles gesehen wurde die Rechtfertigung des Krieges mit dem Terminus der Hochkultur.
Deutsche Richtigstellungen fanden demgegenüber wenig Aufmerksamkeit.
Der von Georg Friedrich Nicolai um den identischen Zeitraum verfasste Aufruf an die Europäer wurde nur von Albert Einstein, Otto Buek und Wilhelm Foerster unterschrieben, während die mehrheitliche Mehrzahl der Angeschriebenen es ablehnte, ihn offen zu fördern, so dass Nicolai auf eine unverzügliche Publikation in Deutschland verzichtete.