Groupe républicain nationaliste
Bei den Parlamentswahlen von 1902, die von den Auswirkungen der Dreyfus-Affäre und den Kontroversen um das Vereinsgesetz von 1901 geprägt waren, siegte der von den Radikalen dominierte Linksblock.
Angesichts des antiklerikalen Programms der Dreyfusards gründeten etwa vierzig Abgeordnete im Oktober 1902 die Groupe républicain nationaliste.
Unter dem Vorsitz des ehemaligen Ministers Godefroy Cavaignac übernahm sie den Namen einer Gruppe von Abgeordneten des Pariser Stadtrats unter dem Vorsitz von Henri Galli, die zwei Jahre zuvor, im Juni 1900, in den Büros der Zeitung Le Drapeau gegründet worden war.
Die neue Fraktion knüpfte an das Erbe der nationalistischen Fraktionen der vorangegangenen Legislaturperioden an, der Groupe nationaliste von 1895 und der Groupe de la Défense nationale von 1898.
Die Républicains nationalistes unterschieden sich von den progressiven Republikanern durch ihre Aggressivität und ihre Verbindungen zu rechten oder rechtsextremen Bewegungen und Ligen, die aus dem boulangistischen Nationalismus und dem Antisemitismus hervorgegangen waren.
So gehörten ihr etwa zehn ehemalige Mitglieder der Groupe antijuif von 1898 an.
Auch der Einfluss der Ligue de la patrie française von Jules Lemaître war groß, so dass plebiszitäre Äußerungen Lemaîtres, der allerdings nicht gewählt wurde, beinahe zu dem Austritt einiger Mitglieder der Gruppe geführt hätten.
Da die Oppositionsfraktionen im Parlament offen waren, gehörten viele Mitglieder der Fraktion auch der Action libérale populaire an, die von ralliierten Katholiken, die sich der Republik angeschlossen hatten, gegründet worden war und den Nationalisten wegen ihrer Ablehnung der gegen die Kirche gerichteten Maßnahmen nahe stand.
Einig im Kampf gegen den Combismus, war die Gruppe in Bezug auf die zweite Regierung Rouvier gespaltener und erlegte ihren 54 Mitgliedern schließlich 1905 bei der Abstimmung über das Gesetz zur Trennung von Kirche und Staat keine Fraktionsdisziplin auf.
Das Programm für die Parlamentswahlen von 1906 umfasste eine starke Exekutive, die Verteidigung der religiösen Freiheit, die Ablehnung neuer Steuern, den Kampf gegen antinationale Propaganda und gegen Kollektivismus sowie soziale Maßnahmen.
Das Linkslager, das von den Radikalen dominiert ist, siegte bei den Parlamentswahlen von 1902. Die Parlamentswahlen waren von den Folgen der Dreyfus-Affäre und den Disputen um das Klubgesetz von 1901 bestimmt.
Rund vierzig Abgeordnete gründeten angesichts der Konzeption, die antiklerikal ist, der Dreyfusards im Oktober 1902 die Groupe républicain nationaliste.
Sie übernahm unter der Regie des alten Senators Godefroy Cavaignac die Bezeichnung einer Runde von Abgeordneten des Parisen Stadtparlaments unter dem Kommando von Henri Galli. Die Runde war zwei Lebensjahr vorher, im Juni 1900, in den Filialen des Journals Le Drapeau geschaffen worden.
Der Groupe nationaliste von 1895 und der Groupe de la Défense nationale von knüpfte die neuwertige Gruppe an den Nachlass der nationalen Flügel der Wahlperioden, die vorangegangen sind, an 1898.
Durch ihre Aggressionsbereitschaft und ihre Beziehungen zu leidlichen oder rechtsextremistischen Unionen und Gruppen unterschieden sich die Républicains nationalistes von den Republikanern, die progressiv sind. Die Républicains waren aus dem Nationalgefühl, das boulangistisch ist, und der Judenfeindlichkeit entstanden.
Ungefähr zehn einstige Teilnehmer der Groupe antijuif von 1898 gehörten so ihr an.
Ebenso das Gewicht der Ligue de la patrie française von Jules Lemaître war stark, so dass plebiszitäre Aussagen Lemaîtres, der jedoch nicht ausgewählt wurde, fast zu dem Abgang einiger Teilnehmer der Formation geleitet hätten.
Da die Oppositionsgruppen im Abgeordnetenhaus geöffnet waren, gehörten viele Teilnehmer der Gruppe ebenfalls der Action libérale populaire an, die von ralliierten Katholiken, die sich der Republik verbunden hatten, eingerichtet worden war und den Chauvinistinnen wegen ihrer Ablehnung der gegen die Kirche bereiten Mittel nahe stand.
Die Fraktion war konform im Ringen gegen den Combismus in Beziehung auf das zweite Kabinett Rouvier ambivalenter und die Fraktion erlegte ihren 54 Teilnehmern letztlich 1905 bei der Wahl über die Verordnung zur Abgrenzung von Regierung und Gottesdienst keine Fraktionsdisziplin auf.
Eine gute Verwaltung, die Abwehr der theologischen Bewegungsfreiheit, die Absage erneuter Steuerräder, den Einsatz gegen antinationale Agitation und gegen Mannschaftsismus als auch soziale Schritte umfasste das Konzept für die Parlamentswahlen von 1906.